Stasimuseum Berlin
Haus 1 der Zentrale des MfS

Sonderausstellung: "Mit dem Sonderzug nach Pankow - Udo Lindenberg in Ost-Berlin"

Sonderausstellung "Mit dem Sonderzug nach Pankow - Udo Lindenberg in Ost-Berlin" Bis zum 4. Oktober 2015 präsentiert das Stasi-Museum Berlin die Sonderausstellung Mit dem Sonderzug nach Pankow - Udo Lindenberg in Ost-Berlin. Die Ausstellung vereint ausgewählte Objekte aus Udo Lindenbergs Privatarchiv, Stasi-Akten über Lindenberg, die er selbst kommentiert und illustriert hat, sowie einige seiner selbst gemalten Bilder.
Unter anderem ist die berühmte Lederjacke, die Lindenberg im Jahr 1987 in Anlehnung an eine Textzeile aus seinem Song "Sonderzug nach Pankow" Erich Honecker geschenkt hat, ausgestellt. Auch Honeckers Gegengeschenk wird präsentiert: eine Schalmei.

Zur Eröffnung der Sonderausstellung sagte der Direktor des Stasi-Museums, Jörg Drieselmann: "Wir sind sehr glücklich, diese spektakulären Ausstellungsstücke in unserem Hause zeigen zu können. Jeder Teenager in der DDR kannte das 'Mädchen aus Ost-Berlin'; und 'Alles klar auf der Andrea Doria' wurde zu einem geflügelten Wort. Oder um einen bekannten Spruch Erich Honeckers abzuwandeln: Den Rock 'n' Roll in seinem Lauf halten weder Ochs noch Esel auf."

Dauerausstellung: Staatssicherheit in der SED-Diktatur

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges begannen deutsche Kommunisten, in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) von Deutschland ein diktatorisches Herrschaftssystem zu errichten. 1946 vereinigten sich, auch durch sowjetischen Druck, die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) und die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) in der SBZ zur Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED), deren Führungsebene bis zum Ende der DDR 1989 das Machtzentrum der DDR bildete.
Die Herrschenden schufen ein System aus Gewalt und Drohung, Belohnung und Bevorzugung. Der Einzelne sollte zu Anpassung, Unterwerfung und, wo möglich, zur Mitarbeit innerhalb der SED-Diktatur erzogen werden. Die SED hatte dabei uneingeschränkten Zugriff auf nahezu alle Lebensbereiche - Ausnahmen waren beispielsweise die Kirchen -, um jeden Einzelnen umfassend zu kontrollieren und bei Bedarf zu belohnen oder zu maßregeln.
Kern dieses Herrschaftsapparates war das Ministerium für Staatssicherheit (MfS), das als sogenanntes "Schild und Schwert der Partei" unter der Führung der SED die "Arbeiter- und Bauernmacht" zu schützen und das Herrschaftsmonopol der SED-Diktatur abzusichern hatte.
Die Dauerausstellung "Staatssicherheit in der SED-Diktatur" klärt über Aufbau, Entwicklung und Arbeitsweise des MfS auf. Sie informiert den Besucher über die Menschen, die für diese Institution tätig waren, und zeigt die Methoden, die sie bei der Kontrolle und Verfolgung der DDR-Bevölkerung anwendeten.
Das Herzstück des Museums bilden die historischen Diensträume Erich Mielkes, des letzten Ministers für Staatssicherheit der DDR, die seit 1990 weitestgehend in ihrem Originalzustand erhalten und zu besichtigen sind.

Die neue Dauerausstellung wurde vom Trägerverein des Stasi-Museums ASTAK e.V. in Kooperation mit der Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasiunterlagen (BStU) erarbeitet, die die inhaltliche Erarbeitung der 1. Etage übernommen hat.

 

1. Etage

Der Auftrag

Bereits kurz nach der Gründung der DDR schuf das SED-Regime mit dem Ministerium für Staatssicherheit eine Institution zur Absicherung ihres Herrschaftsmonopols. Der Ausstellungsteil zeigt die Entstehung und Entwicklung des MfS.

Die Täter

Die Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit wurden nach strengen Kriterien ausgewählt. Insbesondere ihre bedingungslose Loyalität der SED gegenüber wurde dabei geprüft und das Bekenntnis zum Sozialismus sowohl im Dienst als auch im Privatleben erwartet.

2. Etage

Die Minister-Etage

Die Räume in der Etage des Ministers wurden nach den Bedürfnissen Erich Mielkes geplant. Seit der Fertigstellung des Hauses im Jahr 1961 blieb die Einrichtung der einzelnen Büros und deren Funktion weitgehend unverändert.
Auch während der Inbesitznahme des MfS-Gebäudekomplexes durch Demonstranten am 15. Januar 1990 blieb dieser Bereich überwiegend unangetastet. Lediglich die Objekte und Unterlagen, die sich in den Räumen befanden, wurden später entfernt und archiviert.
So wurde diese Etage in ihrer historischen Anmutung bewahrt und kann noch heute in dem Zustand besichtigt werden, in dem Erich Mielke hier als Minister für Staatssicherheit tätig war.

3. Etage

MfS in Aktion

Die Hauptaufgabe des MfS bestand in der Kontrolle der gesamten Bevölkerung der DDR.
Die von ihm beschafften Informationen konnten verschiedenste Entscheidungen innerhalb der staatlichen Strukturen beeinfußen und so jeden Einzelnen in der DDR betreffen - beispielsweise die Zulassung zum Studium, eine Beförderung im Beruf oder die Möglichkeit zu einer Auslandreise.
Durch die allgegenwärtige Kontrolle konnte das MfS aber auch erste Anhaltspunkte für ein von der SED-Norm abweichendes Verhalten bemerken. In diesem Falle nutzte es sein vielfältiges Instrumentarium, um den Anfangsverdacht zu prüfen. Vermutete das MfS dabei eine sogenannte „staatsfeindliche Tätigkeit“, versuchte es, diese mit der gesamten Bandbreite seiner Möglichkeiten zu unterbinden.

Ende der Staatssicherheit

Angesichts der im Spätsommer 1989 immer weiter anwachsenden Proteste der DDR-Bevölkerung gegen die SED-Diktatur und den damit verbundenen Veränderungen im SED-Herrschaftsapparat begannen die Mitarbeiter des MfS auf Anweisung des Ministers damit, Unterlagen und Akten der Staatssicherheit zentral zusammenzuführen und diese Beweise Stück für Stück zu vernichten.
Couragierte Menschen besetzten daraufhin die zahlreichen Stasi-Dienststellen in der DDR, gründeten Bürgerkomitees und versuchten so, die Akten vor der Vernichtung zu bewahren und die Auflösung des MfS zu beaufsichtigen.